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Stand: 02.12.2015

Pressemitteilung

"Sich auf das Abenteuer Neuanfang einlassen"

Eltern und Kinder schreiben und malen beim Seminar ihre Gedanken auf Stellwände. Andrea Daum / Caritasverband Speyer

Die Trennung vom Partner, der Verlust der Mutter oder des Vaters als täglich anwesender  Lebenspartner ist ein einschneidendes Erlebnis. Alle Betroffenen müssen lernen,  mit der veränderten Situation umzugehen. Eine Veränderung kann aber auch eine Chance für alle sein -  wenn dieser Einschnitt gemeistert und ein Neuanfang gestartet wird. Unter dem Titel "Abenteuer Neuanfang" stand deshalb auch die Ferienwoche zu der mehrere Caritas-Zentren Alleinerziehende und ihre Kinder in den Pfälzerwald eingeladen hatten.

Für vier Familien - zwei allein erziehende Mamas, zwei allein erziehende Papas, ihre Kinder und Familienhund "Lucky" - wurde die mitten im Pfälzerwald gelegene Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach bei Schönau zum perfekten Ort, um gemeinsam das "Abenteuer Neuanfang" zu wagen. Für viele ist die veränderte Lebenssituation im Alltag, die Trennung vom Partner, vom zweiten Elternteil noch relativ frisch. 

"Wir haben hier wirklich ideale Bedingungen", sagt Freizeitkoordinatorin Bärbel Nelke von der Katholischen Familienbildungsstätte Pirmasens. Die Familienbildungsstätte war gemeinsam mit dem Caritas-Zentrum Pirmasens federführend bei der Gestaltung der Freizeit, die zum zweiten Mal angeboten wurde. Die Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm. Ausflügen gaben Gelegenheit, den Pfälzerwald und manche Sehenswürdigkeit kennenzulernen. Darüber hinaus  unterstützte ein Multifamilientraining die Teilnehmer, um mit ihrer neuen Situation klarzukommen und diese eben auch als Chance, als  Neuanfang zu begreifen.

Stefanie Brunschede und Maria-Theresia Maier-Ziegler, zwei Psychologinnen, die bei der Caritas Multifamilientraining anbieten, begleiteten die Familien durch die Ferientage. Die Idee zur angebotenen Ferienwoche entstand, weil sich gezeigt hat, dass in den Familienberatungen, die ganzjährig angeboten werden, manchmal einfach die Zeit zu kurz ist und mehr Redebedarf besteht. Die Ferienwoche bot die Möglichkeit, sich intensiver und gemeinsam mit den Kindern auf das Abenteuer Neuanfang einzulassen. Und Familien hatten die Chance, Zeit abseits vom Alltag miteinander zu verbringen und  sich als Familie nahe zu sein. Dies beinhaltete die Einsicht, dass man in der jeweiligen, nicht einfachen Situation nicht allein ist. Wie wichtig das ist, das zeigte sich auch bei Gesprächen, die sich zwischen den Teilnehmern während der Spaziergänge, Ausflüge zu Burgen oder bei gemeinsamen Spieleabenden entwickelten.

"Ganz wichtig ist, dass die Trainerinnen die Familien unterstützen", sagt Bärbel Nelke. Unterstützen bedeute nicht vorgeben, unterstreicht sie. "Jeder muss das für seine Situation selbst entscheiden. Denn jede Situation ist ganz individuell", erklärt sie, warum es kein vorgefertigtes Muster für den Neuanfang gibt. Das Team ist vom Fach, "aber die Familien sind die Experten füreinander. Die Kinder sind die Experten für ihre Eltern, die Eltern Experten für ihre Kinder", sagt Nelke.

Die Familien kennen sich am besten. Sie wissen: Was ihnen gegeben werden soll während der Ferienwoche: Unterstützung, Anregungen, wenn erkennbar ist, dass es irgendwo hakt. Situationen, in denen es haken kann, gibt es. Mal bei der Frage, wie die Übergabe der Kinder geregelt wird, wenn von Mama- auf Papa-Tage und umgekehrt gewechselt wird. Oder wenn ein neuer Partner dazukommt. "Wir geben ihnen Handwerkszeug mit auf den Weg, aber auch die klare Botschaft, ihr seid verantwortlich", sagt Nelke zum Ziel des Trainings.

Das hört sich theoretisch an, kann in der Praxis viel Spaß machen. An diesem Vormittag steht Malen auf dem Programm. Eltern und Kinder sollen jeweils gemeinsam ihr eigenes Familienwappen zeichnen. Was macht die Familie aus, was macht sie stark. Mit diesen Fragen gilt es, sich bei dieser Aufgabe auf leichte, spielerische Art auseinanderzusetzen.

Erste Reaktionen bei der Aufgabenstellung wie: "Ich kann nicht malen" oder "Och nee, nicht malen", kennen Maier-Ziegler und Brunschede schon. Sie erleben, wie so oft, dass dann doch intensiv miteinander gesprochen, gestaltet, gemalt wird.

Am Vormittag trainieren die Familien gemeinsam, am Nachmittag ist das Multifamilientraining den Erwachsenen vorbehalten. Während dieser Zeit kümmern sich Lajos Petry und Michelle Ganter um die Kids, damit die Eltern Zeit für sich haben.

Beim Malen der Familienwappen sind alle gemeinsam gefordert. "Was fällt euch an dem Wappen auf?", wollen Brunschede und Maier-Ziegler wissen, als gemeinsam die Werke betrachtet werden. Alle haben wirklich die Dinge im Wappen untergebracht, die ihnen gemeinsam wichtig sind. Die Hauskatze, die nicht mit in den Pfälzerwald gereist ist, aber zu Hause wartet. Das gemeinsame Engagement bei der Feuerwehr von Papa und Sohn, der Spaß bei der gemeinsam von Papa und Tochter im Karnevalsverein verbrachten Zeit, die Familienzeit beim gemeinsamen Essen von Mama und den Kindern. Gezeichnete Elemente, die immer wieder zeigen, wie wichtig der Zusammenhalt in der Familie ist, auch wenn sich die Zusammensetzung der Familie gerade verändert hat. Was den Trainerinnen auffällt: "Wir haben hier sehr engagierte Familien". In ehrenamtlichen Organisationen, in der Kirche, sind sie aktiv. Engagement ist eine gute Grundlage, um das Abenteuer Neuanfang gemeinsam zu meistern, stellen sie fest.

Text und Foto: Andrea Daum für den Caritasverband für die Diözese Speyer


 

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