URL: www.caritas-zentrum-pirmasens.de/aktuelles/presse/pool-ist-cool-77ab7acb-3028-49f1-a5e0-e7030c6a869b
Stand: 02.12.2015

Pressemitteilung

"Pool ist cool"

„Dass es so schön ist, hätte ich nicht gedacht“, sagt Dominika und lacht. Mit ihren vier Kindern verbringt die alleinerziehende Mutter eine Woche Urlaub in der Familien- und Bildungsstätte Heilsbach im südwestpfälzischen Schönau. Gemeinsamer Urlaub, das  war für die Familie bisher ein Traum. Aus finanziellen Gründen unerfüllbar. Dass aus dem Traum Wirklichkeit wurde, dafür hat die Caritas gesorgt. Verteilt über zwei Wochen ermöglicht sie 23 Familien, die für Viele schönste Zeit des Jahres gemeinsam zu verbringen.

 

 

Der fünfjährige Obama streckt den Daumen nach oben. „Super“, signalisiert er am vierten Urlaubstag, dass es ihm, seinen Geschwistern und seiner gleichfalls alleinerziehenden Mutter bei der Familienfreizeit gut gefällt. Eine kleine Wanderung hat die Urlaubsgruppe hinter sich. Von Schönau ins nahe gelegene Fischbach. Das Biosphärenhaus mit Falken-Flugschau, Baumwipfelpfad, neuem großem Spielplatz, Wissensrallye im Biosphärenhaus stehen auf dem Tagesplan. Elf Familien, die 39 Personen umfassen, werden in der ersten Freizeitwoche betreut. Vom Papa, der mit seinen fünf Kindern Urlaub macht, bis zur Mama, die mit ihren beiden Kindern mal eine Auszeit vom Alltag nimmt, ist alles vertreten.  Annette Martin und Corinna Hauck, beide Referentinnen für Gemeindecaritas und Freiwilligenarbeit -  Martin in Pirmasens, Hauck in Kaiserslautern – betreuen die Freizeit.

„Wir wussten ja auch nicht, wie das läuft, was uns erwartet, aber es läuft prima“, freut sich Annette Martin. Sie hatte die Idee, die Herbstkollekte 2013  zu Gunsten der Caritas in der Diözese Speyer zu verwenden, um Familien, die teils in schwierigen, vor allem finanziell schwierigen Situationen stecken, einen Urlaub zu ermöglichen. Die Kollekte wird immer für ein Projekt der laufenden Caritas-Jahreskampagne eingesetzt, und das war 2013 die Kampagne „Familie schaffen wir nur gemeinsam“. Teilnehmer sind Familien, die von den vier Caritas-Zentren Pirmasens, Kaiserslautern, Homburg und Landau bereits beraten werden.

 

Zwischen vier und 15 Jahre alt sind die 28 Kinder, die in der ersten Woche Urlaub in der Heilsbach machen. „Die Kinder verstehen sich sehr gut, das klappt seit dem ersten Tag prima“, sagt Annette Martin, während sie die vierjährige Franziska mit einem Keks versorgt. Franziska ist  noch zu jung, um die 40 Meter lange Rutsche im Baumwipfelpfad zu benutzen. So ganz geheuer ist es ihr auch nicht zwischen den Kronen der hohen Bäume herumzulaufen. Lena und Abigail, Kevin, Collin und Sabrina und all die anderen Kinder, alle älter, sind da  gelassener. Sie steigen die Wendeltreppe zur Rutsche hinauf und ab geht die Fahrt durch die Röhre. „Cool, mal hell, mal dunkel“.

 

 

Die Begeisterung ist unüberhör- und unübersehbar. Immer wieder werden die Rutschsäcke, die für die notwendige Reibung sorgen,  zusammengerollt. Klaglos wird der lange Weg vom Endpunkt der Rutsche bis zum Start laufend wieder angetreten. „Auf jeden Fall noch mal rutschen“, sind sich alle einig. Und noch mal, und noch mal und noch mal. Kira muss passen. Ein grüner Gips ziert ihren Arm. Eine Woche vor der Freizeit hat sie sich den Arm gebrochen. Rutschen, „zu gefährlich“, sagt sie und nimmt die anderen Kinder inklusive Schwester Vanessa in Empfang.

 

„Vanessa ist eine richtige Wasserratte“, sagt Mama Miriam. Dass die Heilsbach über einen Pool verfügt, auch wenn der bedingt durch das wenig sommerliche Wetter in der ersten Ferienwoche nicht mit Höchsttemperaturen lockt, stört die meisten Kinder nicht. „Pool ist cool“, sind sie sich einig. Aber auch tags zuvor der Besuch der Burg Fleckenstein oder der Ausflug zum Barfußpfad Ludwigswinkel haben für Begeisterung gesorgt.

 

„Es ist ja oft schwierig für die Familien, wenn sie beispielsweise nicht über ein Auto verfügen, überhaupt zu diesen Punkten zu kommen“, sagt Annette Martin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei das oft schwer zu realisieren. Und dann ist da die Kostenseite. „Eine vierköpfige Familie zahlt schnell mal 35 Euro Eintritt. Das ist bei den engen Haushaltsbudgets einfach nicht drin“, weiß sie. Den Familien diese Erlebnisse zu ermöglichen, das war eine Idee der Familienfreizeit. „Uns war wichtig, dass sie aus ihrem Alltag rauskommen, mal was erleben“, betont die Mitarbeiterin.  Es soll eine Anerkennung für die Familien sein  dafür wie sie ihren oft schwierigen Alltag meistern. „Uns war es aber auch wichtig, dass es zu einem Austausch unter den Leuten kommt. Und das klappt sehr gut“, freut sich Annette Martin. Da werden Kaffeepausen genutzt, um miteinander zu reden, die eigene Situation zu schildern. Parallelen werden festgestellt und die Erkenntnis gestärkt, dass man auch in schwierigen Lagen nicht allein ist, dass es Hilfe geben kann.

 

Zum Beispiel während der Urlaubstage von Lukas Dahler und Thomas Dücke von der KJG Pirmasens. Die zwei haben sich bereiterklärt, in den beiden Wochen als Betreuer zur Verfügung zu stehen. Sie kümmern sich um das Kinderprogramm. Jeden Tag nach dem Abendessen bieten sie den Jungen und Mädchen ein Bastel- und Spielangebot, inklusive Nachtwanderung. Erfahren in punkto Kinderbetreuung sind die beiden. „Jugendfreizeiten haben wir schon betreut“, sagen sie. Das hier sei sogar einfacher, weil die Verantwortung für die Kinder bei den Eltern bleibe. „Das ist auch klar so gewollt. Es ist ja ein gemeinsamer Urlaub für Eltern und Kinder“, erklärt Annette Martin. Deshalb sind auch alle Programmpunkte freiwillig. „Es kann jeder alles mitmachen, es muss keiner etwas mitmachen“, ergänzt sie. Letzteres  passiert kaum. Natürlich machen (fast) immer alle alles mit. „Nein ich rutsche nicht“, wehren sich manche Mamas gegen die Ideen ihrer Kinder, sie könnten auch mal die Strecke zwischen dem  höchsten und den tiefsten Punkt des Baumwipfelpfades rutschend zurücklegen. „Das geht auch zu Fuß“, sagen sie, laufen zum Ende der Rutsche und halten in Bildern fest, wie der Nachwuchs aus der Röhre kommt.

 

Bildunterzeile: Der Besuch im Biosphärenhaus in Fischbach war einer der beliebten Programmpunkte bei der ersten Familienfreizeit der Caritas in der Heilsbach. Familien, die sich aus finanziellen Gründen keinen Urlaub leisten können, wurde ermöglicht mal eine gemeinsame Urlaubswoche zu verbringen. Finanziert wurde diese Urlaubswoche aus der Herbstkollekte 2013 zu Gunsten der Caritas in der Diözese Speyer.

 

Text und Bild: Caritasverband für die Diözese Speyer/Andrea Daum

 

Kontakt:
Caritas-Zentrum Pirmasens
Klosterstraße 9a

66953 Pirmasens

Telefon: 06331/274010

 

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
Copyright: © caritas  2020