URL: www.caritas-zentrum-pirmasens.de/aktuelles/presse/ehrenamtliches-engagement-als-dank-65609dba-711c-4b33-864e-15453bb536e9
Stand: 02.12.2015

Pressemitteilung

Ehrenamtliches Engagement als Dank

Eine Frau lernt DeutschWie diese Flüchtlingsfrau lernte auch Ourouba Renjebal Deutsch und arbeitet jetzt ehrenamtlich im Caritas-Zentrum Pirmasens im Bereich Migration. Birgit Betzelt / Caritasverband Speyer

Ourouba Renjebal, die aus dem syrischen Aleppo stammt, unterstützt die Mitarbeiter im Caritas-Zentrum in Pirmasens, unter anderem bei der Arbeit mit Menschen, für die Deutschland ein Zufluchtsort, ein sicherer Hafen ist und bleiben soll. Im August 2015 gehörten Ourouba Renjebal, ihre drei Söhne und ihr Mann zu den Menschen, für die die Lage im syrischen Bürgerkrieg immer lebensbedrohlicher wurde.

Sie habe seinerzeit vor allem an ihre Söhne und deren Zukunft gedacht, sagt Ourouba Renjebal, warum sich die Familie zu dem nicht einfachen Schritt entschloss ihr Leben in der syrischen Heimat aufzugeben. In Aleppo arbeitete sie bei einer Telefongesellschaft, war Abteilungsleiterin im Bereich Rechnungswesen, kümmerte sich um Lohn und Gehalt der Mitarbeiter der Telekommunikationsgesellschaft. Sie hofft, irgendwann auch in Deutschland diese Berufserfahrung einbringen und  wieder in diesem Bereich arbeiten zu können.

Nachdem sie in Deutschland angekommen waren, kam Familie Renjebal nach Trier. Dort verbrachten sie auch Zeit in der Aufnahmeeinrichtung Luxemburger Straße. Dort kümmerten sich Mitarbeiter und freiwillige Helfer der Caritas um die Menschen, die in Deutschland ein neues Zuhause suchten. Als die Familie Renjebal die Erlaubnis hielt sich eine eigene Wohnung zu suchen, zog sie nach Pirmasens.

Hier gab es Wohnraum, Kinderärzte, Ärzte, Apotheke, Schule  "und es war alles auch zu Fuß oder mit dem Bus gut erreichbar", nennt Ourouba Renjebal Gründe für die Entscheidung für die Stadt. Auch in Pirmasens entstand der Kontakt zur Caritas.

Die 48-Jährige wusste von Anfang an, dass es mit das Wichtigste sein würde, die deutsche Sprache zu lernen. Das tat sie auch, und das sehr intensiv. Denn es ist immer noch ihr erklärtes Ziel, in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld, im Rechnungswesen auch mal in Deutschland arbeiten zu können.

Sie wollte sich schon so früh wie möglich engagieren - "in dem Land, das uns bislang so gut unterstützt hat", sagte sie. Sie fragte im Caritas-Zentrum nach, ob sie nicht ehrenamtlich helfen könne. Als Dankeschön, aber auch um eine Struktur wie in einem Beruf in ihren Alltag einzubringen, und um weiter an ihren Deutschkenntnissen zu arbeiten. Denn sie hat die Erfahrung gemacht, dass bei Gesprächen zum Thema passender Arbeitsplatz immer wieder das Thema Sprache als Hindernis genannt worden.

Die Verantwortlichen im Caritas-Zentrum freuten sich über so viel Engagement, hörten genau zu und unterbreiteten Ourouba Renjebal den Vorschlag, über den Bundesfreiwilligendienst bei der Caritas tätig zu werden. Sie sagte zu und startete im Februar diesen Jahres ihren Dienst. Sie hilft als Dolmetscherin den Menschen, die Asyl suchen, die deutsche Sprache nicht verstehen. Beispielsweise mittwochs beim Angebot der Caritas im Bereich Asylhilfe. Sie gibt Kleidung aus, unterstützt die Mitarbeiter im Caritas-Zentrum dort, wo sie gebraucht wird. "Für mich ist das hier eine gute Chance. Man muss sich beweisen", freut sich Ourouba Renjebal über die Möglichkeit, die der Bundesfreiwilligendienst ihr bietet. Die Arbeit mache Freude und es sei schön,  zu wissen, dass ihre Arbeit, ihr Können gefragt sei, "das zeigt mir auch, dass ich respektiert werde", nennt sie einen weiteren wichtigen Aspekt aus an ihrer Tätigkeit. Mit ein Grund, warum sie ihren Dienst zwischenzeitlich bis Juli 2020 verlängert hat.

Bundesfreiwilligendienst mit dem Caritasverband  für die Diözese Speyer

Freiwilligendienste sollen eine Zeit der Orientierung sein. Sie geben die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, soziale Berufsfelder kennen zu lernen und vor allem Gutes zu tun. Der Kontakt zu hilfsbedürftigen Menschen und die Anerkennung und der Dank, den man für seine Hilfe erhält, sind unbezahlbare Erfahrungen im Freiwilligendienst.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist eine gesetzlich geregelte Form sozialen Engagements.  Im Gegensatz zum freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) ist der BFD altersoffen. Ansonsten gibt es für die Freiwilligen keine Unterschiede zwischen den beiden Diensten.

Der Caritasverband für die Diözese Speyer e.V. betreut im Jahr ca. 80 Freiwillige im BFD in verschiedenen Einrichtungen im Bistum Speyer.

Eckdaten zum BFD mit dem Caritasverband Speyer:

  •  Einrichtungen: Krankenhäuser, Altenheime, integrative Kitas, Werkstätten, Wohnheime und Förderzentren für beeinträchtigte Menschen, Wohnungslosenhilfe, Beratungszentren und vieles mehr
  • Einsatzbereiche: unter anderem Pflege, Betreuung, Verwaltung, Haustechnik, Fahrdienste, gärtnerische Tätigkeiten.
  • Taschengeld in Höhe von 500 Euro (in Vollzeit)
  • Dienstzeit 6 bis 18 Monaten, Voll- oder Teilzeit
  • Beginn jederzeit möglich
  • Sozialversicherung (Renten-/Unfall-/Pflege-/Krankenversicherung)
  • Begleitende Bildungsseminare• ab 15 Jahren bis ins Rentenalter

Nähere Informationen sind auf der Internetseite des Caritasverbands zu finden:

https://www.caritas-speyer.de/jobs-und-bildung/freiwilligendienste/bfd 

Kontakt

@: bfd@caritas-speyer.de

Tel.: 06232 / 209 -240/-167/-151/-168/-204.



Text: Andrea Daum

Xxxxx

Text und Bilder: xx xx für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Copyright: © caritas  2019