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Stand: 02.12.2015

Pressemitteilung

Caritas übernimmt Quartiersmanagement am Horeb

Pressekonferenz mit Oberbürgermeister ZwickStellen das neue Bürgerzentrum vor: (von links) Dekan Johannes Pioth, Jana Wendel (Caritas-Zentrum Pirmasens), OB Markus Zwick, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und Barbara Aßmann vom Caritasverband Speyer.Andrea Daum / Caritasverband für die Diözese Speyer

"Selbsthilfe fördern und jeden Menschen in seiner Eigenart respektieren - das sind Leitlinien in der katholischen Soziallehre", sagte Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, bei der Pressekonferenz im Rathaus in Pirmasens. Die Leitlinien werden auch beim Quartiersmanagement im Stadtviertel Horeb in Pirmasens gelten,  das die Caritas ab Herbst übernimmt. 

"Da kommt ihr her, da gehört ihr hin", sagte Gustav Rothhaar, Leiters des Amtes für Jugend und Soziales des Stadt Pirmasens, zur engen Verbindung zwischen dem Pirmasenser Stadtteil und der Caritas. Es war wohl folgerichtig, dass die Caritas den Zuschlag für das Quartiersmanagement in diesem Pirmasenser Viertel bekam. "Wir haben über 90 Jahre Berührungspunkte mit dem Horeb, kennen die Leute dort", verwies Barbara Aßmann, Leiterin der Abteilung Soziales des Caritasverbandes, bei der Vorstellung des Projektes darauf, dass die Caritas am Horeb in der Beratung schon lange sehr stark unterwegs gewesen ist. 

In den vergangenen Jahrzehnten war die Caritas in den Räumen in der Klosterstraße 9 ständig präsent und bereits ein wichtiger Anlaufpunkt für viele Menschen. In diese Räume, in denen bis August 2018 das Caritas-Förderzentrum Vinzenz von Paul beheimatet war, wird das neue Büro für das Quartiersmanagement einziehen. So wird es zu einer festen Anlaufstation für die Menschen werden, die am Horeb leben. Das freut auch Dekan Johannes Pioth. Es sei schön, dass nach einer gewissen Zeit des Leerstandes wieder Leben in die Räume einziehe.

Drei Bieter hatten sich darum beworben, das Quartiersmanagement für den Horeb zu übernehmen, für das die Caritas nun den Zuschlag erhielt. 275.000 Euro kostet die vorerst auf drei Jahre befristete Maßnahme. Das Land Rheinland-Pfalz bezuschusst sie mit 90 Prozent im Rahmen des Programms "Soziale Stadt", das Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf in den Fokus stellt. Die Caritas habe ein überzeugendes Konzept abgegeben, verfüge am Horeb über Räume, die bestens geeignet und bereits als Anlaufstation bekannt seien. Auch finanziell sei es eine überzeugende Bewerbung gewesen, resümierte Gustav Rothhaar, entscheidende Kriterien für den Zuschlag. 

Die Caritas bringe Erfahrung aus vielen kleineren Projekten in der Diözese mit, sagte Karl-Ludwig Hundemer. Zudem plane man derzeit auch ein großes Projekt für ein Ludwigshafener Stadtviertel. Besetzt wird die neue Anlaufstelle in der Pirmasenser Klosterstraße mit einem Quartiersmanager. Es ist eine 80-Prozent-Stelle. Die Ausschreibung für diese Stelle laufe gerade, sagte Barbara Aßmann. Ist sie besetzt, soll das Quartiersbüro die Arbeit aufnehmen. Besetzt wird eine weitere Stelle (20 Prozent) eines Ehrenamtsbeauftragten, der oder die gezielt das ehrenamtliche Engagement von Helfern koordinieren soll. Zwei Personen im Quartiersmanagement haben den Vorteil, dass sie sich gegenseitig vertreten können, erläuterte Aßmann. Zudem stehe das Pirmasenser Caritas-Zentrum als Background jederzeit bereit. 

Das Caritas-Zentrum war bis Ende 2019, bis zum Umzug in das Rheinberger-Gebäude, in direkter Nachbarschaft zum neuen Quartiersbüro beheimatet gewesen. Auch die Mitarbeiter des Caritas-Zentrums kennen den Horeb und seine Menschen bereits sehr gut.

Auch der Netzwerkarbeit wird eine wichtige Rolle zukommen, machte Hundemer deutlich.  So soll eng mit den bereits in Pirmasens bestehenden Quartiers-Begegnungszentren P 11 (Winzler Viertel) und "Mittendrin" (Stadtzentrum) zusammengearbeitet werden. Ebenso mit weiteren Netzwerkpartnern, mit denen die Caritas seit langer Zeit eine gute Zusammenarbeit pflegt.

Was die Menschen im Rahmen des Quartiersmanagements erwarten können, skizzierte Mitarbeiterin Jana Wendel vom Caritas-Zentrum in Pirmasens. Ein breit gefächertes Angebot, das auf drei übergreifenden Säulen fußt: Seniorenarbeit, Unterstützung von Menschen, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, sowie Integration. Dazu sind verschiedene Angebote vorgesehen, die zum Beispiel der Vereinsamung älterer Menschen entgegenwirken sollen. Es wird Kochangebote geben, eventuell einen Mittagstisch, und natürlich wird die Sozialberatung nicht fehlen. Die Räume sollen als Begegnungsstätte dienen.

Ziel sei es, die Menschen in ihren Fähigkeiten, ihren Talenten und in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken, unterstrich der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick die Intention des Projektes. Die Hartz-IV-Spirale lasse sich nur durchbrechen, wenn Menschen gefördert würden und ihnen Chancen und Perspektiven aufgezeigt würden. Dass die Caritas für diese Aufgabe am Horeb der richtige Partner ist, davon ist Zwick überzeugt: "Die Caritas hat am Horeb Tradition."

Text und Fotos: Andrea Daum für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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